/ Über Antje Bockeloh
/ Ich liebe Farben
Farben sind meine Leidenschaft. Am liebsten würde ich mich in ihnen wälzen. Im Malprozess vergesse ich alles um mich herum. Ich tauche in eine Welt, frei von Begrenzungen und Bewertungen.
Farbe stärkt mich, gibt mir Energie und fordert mich heraus. Sie ist stolz, sinnlich und frei. Sie macht was sie will. Je nach meiner persönlichen Verfassung ist sie liebevoll und leidenschaftlich oder brutal und schwierig. Ich mag sie - oder nicht. Jede Farbe hat ihre Qualität.
Farbe berührt mich. Sie bewegt etwas in mir. Etwas, dem ich Ausdruck verleihen und mitteilen möchte. Ich erschaffe ein Bild, in das die BetrachterInnen hinein tauchen können. Das Bild ist wie ein Spiegel. Auch wenn ich das Bild mit meinen Intentionen und Emotionen gemalt habe, so können die BetrachterInnen ihre eigenen Gefühle und Emotionen darin wahrnehmen, je nach Sichtweise und Empfinden.
/ Emotionen sichtbar machen
Wie die Malerei, so ist auch die Fotografie ein Medium für mich um Gefühle, Stimmungen und Emotionen sichtbar zu machen. Von Menschen, von Mir und von Dingen. Meine kreativen Prozesse und meine persönliche Entwicklung sind Bestandteil meiner Arbeiten.
Die Fotografie zeigt was ist, jetzt sofort, ohne wenn und aber und lässt keinen Spielraum zu.
/ Den kreativen Flow aktivieren
Das Onelineblind Porträt zeichnen gehört, wie das Journaling, zu meiner täglichen Routine, um meinen kreativen Flow zu aktivieren. Eine schnelle Zeichnung mit Fineliner, eine durchgehende Linie, geschlossene Augen, egal was kommt, es wird nicht bewertet.
Es entstehen ganz viele persönliche Portraits, die ein Gefühl widerspiegeln. Freude, Trauer, Liebe, Angst, Wut, Widerstände …
Die Zeichnungen drücken aus, was ich nicht in Worte fassen kann. Das schreiben sortiert meine Gedanken. Die Farben bringen mich in Kontakt mit meinen Gefühlen. Die Fotografien zeigen, was ich nicht sehe.
/ Mit Tusche den Zufall herausfordern
Das arbeiten mit der Tusche ist sehr direkt. Es braucht ein schönes Aquarellpapier, Tusche, Pinsel und Wasser. Ich mag die klaren und sehr präsenten Farben.
Ich kenne sie alle. Ich kenne den Prozess und doch ist es immer wieder eine Überraschung und eine neue Erfahrung. Ich beobachte, wie sie sich auf dem Papier ihren eigenen Weg suchen, wie sie sich langsam und zart aneinander schmiegen. Viele Welten entstehen.
/ Das Gesicht als Leinwand
Seit 1993 arbeite ich als freischaffende Maskenbildnerin für Film- und Fernsehproduktionen im In- und Ausland.
Mein Gespür für Stimmungen und Gefühle hat sich mit den Jahren sehr verfeinerte. Sensibel und emphatisch gehe ich auf die Bedürfnisse der SchauspielerInnen und ihrer Rolle ein. Kreativ und mit offenem Herzen begleite ich sie darin.
Das Gesicht ist wie eine Leinwand. Mit Farben kreiere ich eine Illusion und eine Realität.
Der Umgang mit Farbe ist die Basis eines guten Makeup’s. Sei es ein natürliches Makeup, ein Abend Makeup, eine aufwendige Maske, ein verletztes Körperteil oder ein blutüberströmtes Gesicht.

/ Kunst und Maskenbild
Neben meinen Berufen als Maskenbildnerin und Mutter bildete ich mich stetig in der Kunst weiter. Von 2015 - 2019 gab ich meinem Kunstschaffen mit einem anerkanntem Kunststudium an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, Bildende Kunst mit dem Schwerpunkt Malerei/Fotografie/Digitale Medien (B.F.A.) eine professionelle Basis.
Als Künstlerin und Maskenbildnerin beschäftige ich mich seit vielen Jahren mit Stimmungen, Gefühlen und Emotionen. Mit Farbe kann ich diese hervorholen und ausdrücken. Ob im Gesicht oder auf der Leinwand spielt für mich keine Rolle.
Ich bin Malerin, mit Leib und Seele. Farben sind meine Welt. Ich bin süchtig nach Farbe. Auch unschöne Farben, Nichtfarben … Sie faszinieren mich.
Seit meinem Studium konzentriere ich mich auf Farbe - frei von Gegenstand und Figur. Farbe klingt und ist beweglich. Sie berührt mich auf ganz subtile Art und Weise. Der Einfluss von Farbe ist enorm. Sie gibt mir die Möglichkeit zur Entfaltung. Ich spüre es in mir. Ein Raum geht auf, den ich als Herzraum bezeichne, der sich im Alltags Hamsterrad schnell verschließt.
Ein Zitat des Malers Jerry Zeniuk bestärkt mich:
» Farbe ist der direkte Weg zum Herzen.«



